Grußwort
DIETER STIEWI
Hallo zusammen,
es ist immer wieder faszinierend, wie viele Krimi-Kurzgeschichten bei entsprechenden Ausschreibungen auftauchen. Und dabei ist das Schreiben einer Krimi-Kurzgeschichte bereits ein Widerspruch in sich.
Während beim Kriminalroman der Weg (des Ermittlers) mit seinen Erfolgen und Rückschlägen von der Tat bis zur Überführung das Ziel ist, verlangt die klassische Kurzgeschichte die Handlung im Augenblick mit offenem Anfang und offenem Ende.
Wenn wir also eine Krimi-Kurzgeschichte lesen, müssen wir bereit sein, die klassischen Wege zu verlassen. Und wir wissen nicht wo oder wie.
Verzichtet der Autor auf Teile der Ermittlungsarbeit und beschreibt nur Tat und Ergebnis?
Beschreibt er lediglich einen Teilaspekt der gesamten Ermittlungsarbeit, beispielsweise das Verhör?
Fasst er dabei Tat, Ermittlung und Überführung zusammen, oder reicht ihm ein Augenblick in der Zeit? Oder bricht er mit der Folge von Tat, Ermittlung und Überführung, sodass man sich am Ende fragen muss, ob hier überhaupt Ermittler tätig werden mussten?
Was sich nicht übereinbringen lässt, fordert das Aufbrechen klassischer Strukturen heraus.
Doch genau das ist es, was Anthologien mit Krimi-Kurzgeschichten so spannend macht: Man weiß vor dem Lesen nie, welche Art von Geschichte einen erwartet.
Dabei darf man natürlich nie den Leser vergessen, der, wenn er das Buch zur Hand nimmt, einen irgendwie gearteten Krimi erwartet und enttäuscht wäre, wenn es keine irgendwie geartete Lösung gäbe.
Und so erwarten wir auch dieses Mal wieder eine Vielzahl spannender Verbrechen und ihrer abwechselungsreichen Lösungen – irgendwie – für eine weitere spannende Anthologie.
Ihr / Euer Dieter Stiewi
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