Annemarie Stern

Geboren wurde ich am 30.11.1941 in Haldensleben. Nach Beendigung der Schulzeit, besuchte ich eine Medizinische Fachschule. Zuletzt arbeitete ich als Sozialarbeiterin/ Sozialtherapeutin am Gesundheitsamt Haldensleben im Sozialpsychiatrischen Dienst.

Nun lebe ich seit über zehn Jahren als Rentnerin. Verheiratet bin ich seit 1963. Unsere Tochter Christina wurde 1964, unser Sohn Toralf 1970, geboren.

Ein Artikel in der Tageszeitung vom 21.09.2009 hat mich ermuntert, die Mim und Mum Geschichten zu den Landesliteraturtagen einzureichen. Ich erhielt einen Preis als Nachwuchsautorin.

Meine Tochter hatte mich schon längere Zeit gebeten, die Kindergeschichten aufzuschreiben mit den Worten: „Wenn ich dich nicht mehr fragen kann, sind all die Erlebnisse der Mäuschen verloren. Als du sie uns erzählt hast war ich zu klein, um mich an Einzelheiten erinnern zu können!“

 

Erst habe ich mich lange gesträubt, weil ich ahnte, wie viel Mühe, Zeit und Geduld das Aufschreiben erfordern würde, weil das Sprechen viel einfacher ist…

 

Aber dann habe ich an zukünftige Vorschulkinder, an eigene Urenkel gedacht, auch an die zunehmende Verarmung unserer Muttersprache, die oft schon im Vorschulalter zu beobachten ist. Und so begann ich mit dem Aufschreiben der Kindergeschichten.

 

Herausgerissen wurde ich aus meiner Schreibphase durch einen Schicksalsschlag, einer Massenhirnblutung.

 

Ich konnte zuerst weder sprechen, noch schreiben, oder lesen. Ich verstand den Sinn des Gesprochenen nicht, kannte keine Begriffe oder konnte sie nicht den mich umgebenen Dingen zuordnen. Ich war in meinem Körper wie in einem Kokon gefangen. Aber da ich schon immer eine Kämpfernatur war, habe ich mich so nach und nach aus den mich umgebenen Gespinst mit Hilfe meiner ausgezeichneten Therapeuten befreien können. Irgendwann fragte ich mich, ob ich meine Erinnerung an die Mäusegeschichten wieder aktivieren können ...

Für mich sind das „Sicherinnern“ und das Aufschreiben der Erlebnisse der Mäusekinder die beste Gedächtnistherapie, die mir auf meinem steinigen Weg im Alltag den nötigen Antrieb gibt. Eines Tages war ich dann auch bereit, und habe mich trotz meiner Behinderung wieder in die Öffentlichkeit gewagt. Ich habe etliche Lesungen in Bibliotheken, Kindergärten und Schulen gehalten. Auch das war ein Teil meiner Therapie. So musste ich vor jeder Veranstaltung wieder lesen üben, um Stotterfallen weitestgehend zu vermeiden. Außerdem ist jede Lesung mit einer Überwindung verbunden, weil ich mich meiner Behinderung stellen muss. Zurzeit bin ich aktiv in einem Schreibzirkel meiner Heimatstadt eingebunden.

 

Aus eigenem Erleben kann ich Menschen mit Handicap nur ermuntern und raten, alle Ressourcen, die im Verborgenen in ihnen schlummern, frei zu lassen und auszuleben.

Es lohnt sich!

ISBN: 978-3-95493-028-9

Autor: Annemarie Stern

Titel: Mim und Mum I

Seiten: 150

Gebundene Ausgabe

Mim und Mum I

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ISBN: 978-3-95493-052-4

Autor: Annemarie Stern

Titel: Mim und Mum II

Seiten: 178

Gebundene Ausgabe

Mim und Mum II

16,90 €

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